Cover des Buches "Delhi. Im Rausch des Geldes."

Delhi: Im Rausch des Geldes

„Delhis Fantasien sind feudal“, schreibt Rana Dasgupta. Der indisch-englische Schriftsteller ging 2000 nach Delhi – der Liebe wegen. Indien ist die Heimat seines Vaters. Für sein Buch „Im Rausch des Geldes“ hat Dasgupta Interviews mit Delhis Reichen geführt. Er skizziert eine Welt, die (noch) wenig bekannt ist.


Im englischen Original heißt das Buch „Capital“, ein noch besserer Titel. Es geht um Macht, Korruption und Geld in Indiens Hauptstadt. Dasgupta hat mit der Mittel- und Oberschicht der Stadt gesprochen. Über Aufstieg und Hoffnungen, über Arroganz und Selbstgerechtigkeit. Indiens Elite, die wirklich Reichen, ziehen sich in ihre Gated Communities zurück. Sie wenden sich ab vom Staat, die Armut von Millionen ist ihnen egal. Die Gespräche, die Dasgupta geführt hat, und seine eigenen Erlebnisse bündelt er in einer Analyse: Delhi sieht er als Blaupause für einen globalen Kapitalismus, der bald auch Großstädte wie London oder Paris prägen wird.

Ich hatte die Chance mit Rana Dasgupta zu sprechen. Ich habe sein Buch für die Sendung „Andruck“ beim Deutschlandfunk besprochen (Oktober 2014):
http://www.deutschlandfunk.de/portraet-von-delhi-im-rausch-des-geldes.1310.de.html?dram:article_id=300269

Für „Andruck“ habe ich zwei weitere Bücher über/aus Indien rezensiert.

Die US-Journalistin Katherine Boo besuchte zwischen 2008 und 2011 immer wieder Annawadi – einen illegalen Slum in der indischen Finanzmetropole Mumbai. Sie hat hundertfach mit den Bewohnern gesprochen, zugleich dreitausend amtliche Akten eingesehen. Ihr Tatsachenroman „Annawadi und der Traum von einem anderen Leben“ zeigt eins: Indiens Arme haben keine Chance, dem Elend zu entkommen (Januar 2013).
http://www.deutschlandfunk.de/leben-in-den-slums-von-mumbai.1310.de.html?dram:article_id=235095

In Indien wird das dritte Geschlecht anerkannt, sogar ganz offiziell vom Obersten Gerichtshof. „Hijrah“ werden Menschen in Indien genannt, die sich nicht ausschließlich als Frau oder Mann fühlen. Im indischen Kontext kann man am ehesten von Transgender sprechen, die als Mann die weibliche Geschlechterrolle leben. Doch in Indien leben viele Hijrahs in Kommunen. Das dritte Geschlecht hat eine lange Tradition in den Kulturen des indischen Subkontinents. Den Hijrahs werden spirituelle Kräfte nachgesagt, zugleich werden sie diskriminiert. A. Revathi ist eine Hijrah. Mit ihrem Buch „Die Wahrheit über mich“ beschreibt sie ihr ungewöhnliches Leben (August 2011).
http://www.deutschlandfunk.de/mit-abscheu-und-ehrfurcht.1310.de.html?dram:article_id=194437

 

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