Foto von Ok-seon Yi.

Südkorea: Im Haus der „Trostfrauen“

„Trostfrauen“: So nannte Japans Regierung Zwangsprostituierte im Zweiten Weltkrieg. Frauen, die aus Asien an die Fronten verschleppt wurden, um Japans Soldaten „Trost zu spenden“. In Südkorea, in der Nähe von Seoul gibt es ein Zuhause für ehemalige Zwangsprostituierte. Sie warten noch immer auf eine offizielle Entschuldigung von Japans Regierung. Dafür demonstrieren sie – jeden Mittwoch.


Halmonis heißen sie im Haus des Teilens: „Großmütter“. Das Zuhause für ehemalige Zwangsprostituierte liegt in der Nähe von Seoul, Mega-Metropole und Südkoreas Hauptstadt. „Trostfrauen“ wurden sie genannt: Rund 200.000 Mädchen und junge Frauen aus Asien, die im Zweiten Weltkrieg von Japan in Frontbordelle verschleppt wurden – auch aus Korea. Wenige überlebten. Diejenigen, die die Qualen überstanden blieben aus Scham teils in den Ländern, in die man sie gebracht hatte. Andere kehrten in ihre Heimat zurück – bald nach dem Ende des Krieges oder auch viel später.

Nicht nur in Korea waren die „Trostfrauen“ lange Zeit ein Tabu. 1991 traute sich erstmals eine der ehemaligen Zwangsprostituierten, über ihre Vergangenheit zu sprechen. In den folgenden Jahren meldeten sich 235 Frauen in Südkorea, weltweit waren es 700. Das Schweigen war gebrochen, und die Frauen wurden politisch aktiv. Bis heute demonstrieren einige von ihnen jeden Mittwoch vor der japanischen Botschaft in Seoul. Sie wollen, dass sich Japans Regierung offiziell entschuldigt.

Ich habe für die Sendung „Eine Welt“ beim Deutschlandfunk eine Reportage über die „Trostfrauen“ und das „Haus des Teilens“ gemacht: http://www.deutschlandfunk.de/untroestliche-trostfrauen.799.de.html?dram:article_id=120855

Foto von Il-Chul Kang.

Il-Chul Kang ist 87 Jahre alt. Sie lebt im Haus des Teilens. Als sie 16 war wurde sie nach China an die Front verschleppt (Foto: Sonja Ernst).

Foto der Demonstration.

Seit 1992 wird hier jeden Mittwoch demonstriert. Vor der japanischen Botschaft in Seoul treffen sich sogenannte Trostfrauen, Aktivisten und Unterstützer (Foto: Sonja Ernst).

Foto der Demonstration.

Ok-Seon Yis (Mitte) Forderung ist klar: Die japanische Regierung soll sich endlich entschuldigen für das, was sie erleiden musste (Foto: Sonja Ernst).

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